Vorwort - Galerie „DER PANTHER“ -  fine art



Die Galerie „DER PANTHER“ – fine art, befasst sich im Schwerpunkt mit der Kunst der sogenannten "Malweiber", also der „Kunst von Frauen um 1900“. 

Im Fokus unseres Interesses stehen dabei besonders das Leben und die Werke jener Künstlerinnen, die vorzugsweise in München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt, meistens in Form von Einzelunterricht und teuren ausländischen Studiengängen wie z.B. in Paris, ihr „Handwerk“ gelernt haben. Diesen Frauen war lange Zeit die Aufnahme an Kunst-Akademien verwehrt, was sie aber nicht daran hinderte, ihre Leidenschaften zu leben. 

Doch wegen ihrer schöpferischen Ambitionen und ihrer unkonventionellen Lebensweise wurden sie als »Malweiber« verspottet und hatten es somit schwer überhaupt die verdiente Beachtung in der Kunstwelt zu finden. Das Leben und Werk dieser für die Gesellschaft emanzipierten, unbequemen „Malweiber in Hosen“ ist überaus interessant. Dass diese zumeist aus dem Bürgertum stammenden Frauen künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt haben, als sie sich an der Schwelle zur Moderne in die Kunstwelt aufmachten, haben die Kunsthistoriker vergangener Jahrzehnte bislang oft „übersehen“. 

Bei dem genaueren Studium der geschichtlichen Hintergründe zur Thematik »Malweiber« fällt einem sehr schnell auf, dass oftmals genau diese Damen, die auch die finanziellen Mittel für den teuren privaten Malunterricht hatten, aus der höheren Gesellschaft stammten. Hierbei, dies ist nicht verwunderlich, vielfach jüdischer Abstammung mit einem hohen Maß an schulischer sowie kultureller Bildung. Es ist hinreichend bekannt, dass speziell die jüdischen Künstler(innen) es ab 1933 extrem schwer hatten, denn sie bekamen sofortiges Malverbot und ihre Kunst wurde als entartet abgestempelt, zerstört oder verschleppt. Man entzog diesen Künstlerinnen somit die Lebensgrundlage, man unterband bestehende soziale Kontakte und viele wurden schließlich in einem der zahlreichen Konzentrationslager umgebracht oder durch das NS-Regime in den (Frei-)Tod getrieben. Viele dieser Künstlerinnen zählen somit zur sogenannten »Verschollenen Generation«.

„Verschollene Generation“ (auch: Vergessene Generation) ist eine Bezeichnung für deutsche bildende Künstler, Musiker und Literaten der Generation der Jahrgänge zwischen 1890 und 1914, die in der Weimarer Zeit bereits hervorgetreten waren oder ihre Ausbildung beendet hatten. Durch die Vorgaben zur Kunst im Nationalsozialismus wurden sie an ihrer Wirkung gehindert, etwa durch Ausstellungs-, Veröffentlichungs- und Aufführungsverbot wegen ihrer jüdischen Herkunft, ihrer politischen Ansichten, ihrer Homosexualität oder Beschlagnahmung der Werke in Museen während der propagandistischen Aktion „Entartete Kunst“ von 1937.“ (wikipedia, März 2022).

Werke dieser Künstlerinnen sind gerade in den letzten Jahren wieder verstärkt auf dem Kunstmarkt aufgetaucht und wurden in verschiedenen, vielbeachteten Kunstausstellungen präsentiert. Dennoch gilt es das „fast verschollene“ Werk dieser Künstlerinnen weiter und stetig aufzuarbeiten und einem breiteren Publikum zu präsentieren. Es gilt der Gesellschaft aufzuzeigen, welch Menschenleben und Kulturgut im 3. Reich, begründet auf falschen Ideologien und blinden Fremdenhass, auf unvorstellbar grausame Art und Weise vernichtet wurde. 

Bewusst sollte eine hochgebildete Schicht vom NS-Regime ausgerottet und vertrieben werden. Es gilt der Förderung „DER PANTHER“ zur Erinnerung an die Opfer der NS-Terrorherrschaft und somit der Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses in einer sich aktuell stark wandelnden (politischen) Gesellschaft.

Aus tiefer persönlicher Überzeugung heraus sowie getrieben durch ein stetiges Bemühungen, solch unsagbare Katastrophe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wächst unsere Kunstsammlung sowie unser Engagement stetig und unaufhaltsam.

Das hier nun vorliegende Werkverzeichnis über die Künstlerin Anna Klein soll somit ein weiteres Zeichen setzen, die vergessenen Künstlerinnen der „Verlorenen Generation“ wieder zu entdecken und ihnen in der Kunstgeschichte einen gebührenden, ehrenvollen und verdienten Platz einzuräumen.


"Großes wird durch eine Reihe

 von kleinen Dingen erreicht,

 die zusammenkommen.“

    (Vincent van Gogh)



Im April2022

Joergen Degenaar

(Inh. Galerie „DER PANTHER“ – fine art)